05.05.2010
Weitere Benachteiligung von Familien geplant
Am heutigen 5. Mai 2010, dem Internationalen Hebammentag, startet der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) eine Online-Petition (http://www.hebammenverband.de/index.php?id=1340). Bis Mitte Mai werden 50.000 Unterschriften benötigt, damit sich der Deutsche Bundestag mit der drohenden Versorgungslücke befassen muss.
Was ist geschehen? Die Prämien für die Berufshaftpflichtversicherung sollen zum Sommer 2010 erneut erheblich steigen. Weder Honorare für freiberufliche Hebammenarbeit noch Gehälter der Klinikhebammen werden diesen Anstieg der Prämien kompensieren können.
Seit 2008 wurde die Berufshaftpflicht für Hebammen bereits um 80% auf 2.400 € jährlich angehoben. Nun steht zum 01.07.2010 eine weitere massive Berufshaftpflichterhöhung bis zu 4.600 € an. Der durchschnittliche Lohn einer geburtshilflich in Vollzeit tätigen Hebamme beträgt ca. 1.180 € monatlich, was einem Stundenlohn von 7,50 € entspricht.
Viele Schwangere und Mütter sind auf die Versorgung durch eine Hebamme dringend angewiesen. Besonders in den ländlichen Gebieten, wo die ärztliche Versorgung ohnehin schlechter ist, kann die Hebamme einen gewissen Ausgleich schaffen. Die finanzielle Daumenschraube, die man Hebammen anlegen will, wird zum Rückgang von freiberuflichen Hebammen führen. Das wiederum wird sich für deutsche Frauen in der Schwangerschaft und nach der Geburt negativ auswirken, weil die medizinische - auch seelsorgerische Versorgung von Schwangeren und Wöchnerinnen mangels Hebammen massiv behindert wird. Der Rückgang freiberuflicher Hebammen, die in vielen kleinen Landkliniken tätig sind, wird zur Schließung von Geburtsstationen führen, da sich viele Kliniken eigene angestellte Hebammen nicht mehr leisten wollen. Den Schwangeren bleibt dann nichts anderes übrig, als in weit entfernte größere Klinken zu fahren und unter Umständen 2-3 Stunden Weg in Kauf zu nehmen. Hieraus könnten Gefahren für die Gesundheit von Mutter und Kind entstehen.
Auch die Möglichkeit der selbstbestimmten Geburt außerhalb vom typischen Klinkbetrieb, in dem ja auch unter wirtschaftlichem Druck gearbeitet wird, könnte manchen Frauen entzogen werden. Denn Hebammen, die Hausgeburten, Geburten in Geburtshäusern anbieten oder die Tätigkeit von Beleghebammen in einer Klinik werden seltener. Der uralte Berufsstand der Hebamme wird mit den geplanten Maßnahmen systematisch zerstört, wie vieles Gute in unserem Land.
Auf der Seite www.hebammen-protest.de liest man:
„2010 wird deshalb in Deutschland ein Jahr sein, in dem die Weichen gestellt werden. Die Weichen dafür, ob die Tradition der Hebammenberufes Bestand haben wird, oder ob die problematische Einkommens- und Versicherungssituation zu bundesweiten Versorgungsengpässen führen werden. Bereits heute zeichnet sich ab, dass die freie Wahl des Geburtsortes (zunächst vor allem in strukturschwachen Gegenden) in Gefahr gerät und sich Hebammen aus der außerklinischen Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung zurück ziehen werden.“
Der Ring Nationaler Frauen fordert alle nationalen Kräfte auf, sich auf der Seite der Online-Petitionen anzumelden und dort mitzuzeichnen sowie diese in ihrem Umfeld und Familienkreise bekannt zu machen. Helfen wir Nationalisten den deutschen Hebammen in ihrem Kampf um das Überleben und leisten wir damit einen weiteren Beitrag zur Familienfreundlichkeit in unserem Land.
Stella Hähnel
Zur E-Petition