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07.04.2010

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Die Arbeitsmarktlüge

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Rechtzeitig zum Osterfest wurde den Deutschen das Märchen vom aufblühenden Arbeitsmarkt offeriert. Offiziell beträgt die Anzahl der Arbeitslosen 3,568 Millionen und ist damit um rund 18.000 gegenüber dem Vorjahr  (3,586) gesunken. Die Arbeitslosenquote beträgt bundesweit 8,5 Prozent, in Brandenburg liegt sie bei 12,8 Prozent.



Dazu möchten wir nur kurz einige Anmerkungen vortragen.



Bei all den Arbeitsmarktstatistiken werden geflissentlich Aussagen zu Ein-Euro-Jobs, zu Umschulungsmaßnahmen, zu älteren Langzeitarbeitslosen, zu 400-Euro-Jobs unterschlagen. Werden Arbeitslose allein aus Ein-Euro-Job Maßnahmen dazugerechnet, dann beläuft sich die Anzahl der Arbeitslosen bereits auf 4,73 Millionen. Weiterhin besteht eine verdeckte Arbeitslosigkeit darin, daß Arbeitslose während einer Umschulungsmaßnahme statistisch nicht als arbeitslos geführt werden. Diese Maßnahmen werden besonders gern vor Wahlen angeboten, um die Arbeitslosenstatistiken kurzfristig zu schönen, danach rudert man dann wieder zurück.



Daß ältere Arbeitslose nicht mehr in der Statistik aufgeführt werden, sollte der Vollständigkeit halber nochmals erwähnt werden. Diese Personengruppe ist für die Statistiker nicht mehr relevant und braucht folgerichtig nicht erwähnt zu werden, ihre Vermittlung ist ohnehin aussichtslos. Im Zuge dieser BRD-Logik ist dann auch nachvollziehbar, warum das Rentenalter durch CDU/CSU und SPD auf 67 Jahre  heraufgesetzt wurde.



Und zu den 400-Euro-Jobs bleibt nur festzuhalten, daß damit zuwenig zum Leben und zuviel zum Sterben verdient wird. Ein weiteres Problem auf dem Arbeitsmarkt besteht weiterhin darin, daß Arbeitssuchende lediglich einen Arbeitsplatz bei Zeitarbeitsfirmen finden, von denen sie – für kleines Geld – hin- und hergeschickt werden.



Und auch bei den sogenannten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen ist ein Aufblühen nicht feststellbar, denn überwiegend werden diese Arbeitsplätze zeitlich befristet angeboten.



Zusammenfassend läßt sich also sagen, daß die offiziellen Arbeitslosenzahlen das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben sind.



Wir kommen der wirklichen Arbeitslosenzahl erheblich näher, wenn wir hingegen die Zahl der Leistungsempfänger (ALG, ALG II und Sozialgeld) in Ansatz bringen.


Diese Zahl betrug im Februar 2010: 

8.167.095

Damit dürften wir der Wirtschaftsrealität mehr entsprechen als die offiziellen Zahlen, die nur dazu dienen, eine trügerische Stimmung im Lande zu verbreiten und vom Versagen der herrschenden Politikerkaste auch auf dem Politikfeld  Beschäftigung abzulenken.



Dieter Brose

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